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von CLOE

Interpädagogica 2016

Die CLÖ wird sich 2016 auf der Interpädagogica von 10. -12. November 2016 mit einem Stand präsentieren und versuchen möglichst alle Anfragen & Anliegen in guten Beratungsgesprächen mit Unterstützung aus den Christlichen Lehrervereinen aus den Bundesländern zu beantworten.

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von CLOE

Kommentar zum Artikel "Weil bald Ostern sind"


Sehr geehrter Herr Glattauer!


Mit Verwunderung habe ich ihren Artikel „Weil bald Ostern sind“ im Kurier vom 21.3.2016 gelesen, in welchem sie einen Leserbrief zitieren und diesem zustimmen, in dem behauptet wird, dass der konfessionelle Religionsunterricht eine Zeitvergeudung und eine Quälerei sei, der bei den sowieso nur mehr wenigen Schülern, die noch zuhören, die Meinung, der einzig richtigen und wahren Religion anzugehören, verstärke.


Dieser Ansicht möchte ich entschieden entgegentreten. Der Religionsunterricht, den christliche Kirchen erteilen (als katholischer Religionslehrer kann ich nur über den Religionsunterricht, wie ihn die christlichen Kirchen abhalten, profunde Auskunft geben) ist ein wesentlicher Beitrag zur Stärkung von Solidarität und Toleranz in der pluralen Gesellschaft, in dem die immer wieder geforderte Werteerziehung hauptsächlich stattfindet. Er leistet einen Beitrag zur Bildung von christlicher Identität, die eine unvoreingenommene und angstfreie Öffnung gegenüber dem anderen erleichtern soll, beschäftigt sich aber auch mit anderen Kulturen, Religionen, Weltanschauungen und Trends, die heute unsere pluralistische Welt prägen, will in diesem Zusammenhang auch zu Toleranz und Respekt gegenüber Menschen mit unterschiedlichen Überzeugungen als auch gegebenenfalls zu sachlich begründetem Einspruch befähigen und will weiters zum Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung ermutigen.


Die Lehrpläne des Religionsunterrichts der christlichen Kirchen, die die hier getätigten Aussagen belegen können, sind öffentlich einsehbar und mit den staatlichen Stellen akkordiert.


Die hohen Standards des Religionsunterrichts der christlichen Kirchen sind sowohl in der qualitativ hochwertigen pädagogischen Arbeit der ReligionslehrerInnen als auch in der den literarischen LehrerInnen gleichzusetzenden Ausbildung und in der gewissenhaften Kontrolle durch die Schulaufsicht begründet.


Ich ersuche Sie daher, in Zukunft von Kolumnen, die ReligionslehrerInnen und ihren Unterricht als Quälerei für unsere SchülerInnen darstellen, abzusehen.

Mit freundlichen Grüßen
Liebhart Christoph, BEd

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von CLOE

Ostergrüße 2016

Wann erleben wir Auferstehung?

Das Spezifikum christlichen Erlösungsglaubens ist sein Geschenkcharakter — Erlösung ist etwas, was der Mensch nicht selbst “leisten“ kann, sondern was er sich “vom VATER durch den SOHN im GEISTE“ schenken lassen muss. Denn wer könnte sich selbst von Schuld, Leid und Tod befreien? Da GOTT auch im Schenken unsere Freiheit — und daher auch die negativen Folgen unseres Freiheitsgebrauches — respektiert, ist diese Erlösung keine Erlösung von Leid und Tod, sondern eine durch Leid und Tod hindurch.

Dieses Geschenk ist eine der vielen Facetten von GOTTES Barmherzigkeit.„Barmherzigkeit“ ist eine Übersetzung des lateinischen Wortes „misericordia“ – in beiden Sprachen korreliert das Wort also mit „Herz“ und meint, ein liebevolles, einfühlsames Herz zu haben. Im Hebräischen bezeichnet der entsprechende Begriff wörtlich die „Mutterschoßlichkeit“ GOTTES – ein starkes Bild. Denn so sicher und liebevoll wie ein Embryo / ein Fötus im Mutterschoß geborgen ist, so sicher ist der Mensch in GOTT geborgen.

Ferner sind im biblischen Denken Gerechtigkeit und Barmherzigkeit keine Gegensätze: Gerechtigkeit ist keine richterliche, sondern eine aufrichtende Eigenschaft: „So erweist GOTT Seine Gerechtigkeit durch die Vergebung der Sünden, die früher, in der Zeit Seiner Geduld, begangen wurden; Er erweist Seine Gerechtigkeit in der gegenwärtigen Zeit, um zu zeigen, dass Er gerecht ist und den gerecht macht, der an JESUS glaubt.“ (Röm 3, 25 b-26)

Das ist auch der Sinn des Purgatoriums, nicht sehr glücklich mit „Fegfeuer“ übersetzt, worauf auch Papst BENEDIKT XVI aufmerksam machte. Denn wohl kein Mensch kann beanspruchen, im Tod vollkommen gerecht GOTT zu begegnen – er muss daher „gerichtet“ im Sinne von „aufgerichtet“ werden. Dazu passt, dass in der gesamten Hl Schrift – nicht nur im NT – GOTT als der Erlöser und Befreier gesehen wird: menschliche Herrschaft versklavt, göttliche Herrschaft befreit, beginnend mit der Befreiung aus dem „Sklavenhaus Ägypten“ im Buch Exodus bis zu „Zur Freiheit hat uns CHISTUS befreit“ (Gal 5,1)JESUS veranschaulicht GOTTES Barmherzigkeit mit dem bekannten Gleichnis vom Barmherzigen Vater (Lk 15,11-32).

Die Pharisäer und Schriftgelen kritisieren JESU Umgang mit Sündern - JESUS antwortet mit drei Gleichnissen, die - in steigernder Reihung - Freude über die Wiederfindung von Verlorenem (Schaf - Drachme - Sohn) thematisieren. Dadurch will Er die Schriftgelehrten und Pharisäer einladen, ihre Haltung gegenüber „Sündern“ zu überdenken.

Beide Söhne werden schuldig: Der Jüngere nicht deshalb, weil er sich seinen Erbteil auszahlen ließ - damals wohnten ca 4 Mio Juden in der Diaspora, nur ca 1/2 Mio in der Heimat -, sondern weil er mit dem ausbezahlten Erbe keine neue Existenz aufbaute. Der Ältere wird schuldig, weil er sein "Bravbleiben" für sein persönliches Verdienst hält und dem Jüngeren gegenüber missgünstig ist.

Der Vater übt keinen Zwang aus, ist aber beiden Söhnen gegenüber barmherzig: Dem Jüngeren "eilt" er entgegen, macht keine Vorwürfe, sondern umarmt ihn, schenkt Gewand, Schuhe, Ring (Wiedereinsetzung in die Sohnesrechte) und veranstaltet ein Festmahl. Meisterhaft hat dies REMBRANDT dargestellt, der Vater hat eine männlich-väterliche und eine weiblich-mütterliche Hand. Zum Älteren "geht er hinaus" und "redet ihm gut zu". Die Parabel endet offen - wir erfahren nicht, ob der ältere Sohn die Freude des Vaters teilen lernt. Aber wir erfahren durch die Erzählung, dass JESUS den Gesetzestreuen klar machen will, dass auch der Sün¬der ihr Bruder bleibt und dass auch in jedem „Gerechten“ ein „Sünder“ (Schatten) verborgen ist.

Gleichsam die Anwendung des Gleichnisses vom Barmherzigen Vater ist das des Barmherzigen Samariters. Nächstenliebe wird dadurch charakterisiert nicht als bloßes Gefühl, sondern als konkrete Tat, die die bloße Gesetzeserfüllung übertrifft. JESUS hat mit der Geschichte die Frage "Wer ist mein Nächster?" gewendet in die Frage "Wem bin ich Nächster?" - nicht ich bestimme, wer mein Nächster ist, sondern GOTT durch die Umstände, in die Er mich stellt.

Barmherzigkeit ist also eine der wesentlichsten Konkretisierungen von Liebe – damit Grund der Hoffnung, dass uns Auferstehung geschenkt wird. Wir erleben Auferstehung partiell schon in diesem Leben, wenn wir Barmherzigkeit erleben.

Gesegnete Ostern
Sr. Katharina Deifel OP

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