Besondere Kinder brauchen auch besondere Schulen

von CLOE

Kind in den Mittelpunkt statt Ideologie in den Vordergrund

Die Sonderschule und die Zentren für Inklusiv- und Sonderpädagogik sind in Diskussion: Vertreter einer totalen Inklusion fordern ultimativ das „Aus“ für diese Schulformen. In der Praxis tätige Bildungsexperten treten indes für eine Aufwertung der Sonderpädagogik ein und wissen dabei auch den Großteil der Eltern dieser besonders betreuten Kinder sowie den weitaus überwiegenden Teil der LehrerInnen aus diesen Schulen an ihrer Seite.

Die von der ÖVP gestellten Präsidenten und Vizepräsidenten der Landesschulräte diskutierten dieses Thema bei ihrer Herbsttagung in Gols (Burgenland) eingehend. Dabei bezog der oö. Präsident Fritz Enzenhofer eindeutig Stellung: „Es geht dabei nicht darum, eine Ideologie in den Vordergrund, sondern darum, die Kinder mit ihren besonderen Bedürfnissen in den Mittelpunkt zu stellen“.

Niemand würde derzeit auf die Idee kommen, die geschützten Werkstätten für Menschen mit Beeinträchtigungen in Frage zu stellen. Es ist Faktum, dass manche Menschen besonderen Schutz und besondere Zuwendung brauchen. Dies trifft besonders für viele Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf zu. Dass gerade diese schwächsten Mitglieder der Gesellschaft besonderen Schutz benötigen, ist für die meisten Menschen einsichtig. Auch Eltern von Kindern mit speziellen Bedürfnissen müssen sich darauf verlassen können, dass sich ihre Kinder optimal entwickeln. Genau das ist in den Sonderschulen möglich, die sich in den vergangenen Jahren zu Kompetenzzentren für Sonder- und Inklusionspädagogik entwickelt haben.

In einem weiteren Entwicklungsschritt der Sonderpädagogik soll die Durchlässigkeit verbessert und sollen die Übergänge zur Regelschule mit gemeinsamen Projekten verbessert werden. Damit sollen Integration und Inklusion auf ein größtmögliches Maß gebracht werden.

Auf Sonderschulen und LehrerInnen mit besonderen Kompetenzen wird man aber im Interesse der Kinder und deren Eltern nicht verzichten können. Es ist deshalb auch eine spezielle Ausbildung für SonderpädagogInnen unabdingbar.
Auch in Finnland beschreitet man diesen Weg. Dort werden 18,7 % der Schüler mit „special support“ ausschließlich inklusiv, 39,3 % teilweise inklusiv, 29,2 % ausschließlich in spezialisierten Klassen und 12,8 % in spezialisierten Schulen unterrichtet (Quellenhinweis: Statistics Finland „Special education 2013“, Juni 2014).


In der Präsidentenrunde der von der ÖVP gestellten LSR-Präsidenten und –Vizepräsidenten sind auch die Spitzen der Lehrervertretung der einzelnen Schularten vertreten.

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